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HISTORIE  der Martin Luther Kirche    

 
20110209_hist_2ALTER DER KIRCHE

In einem Bericht über Kunstdenkmale des Kreises Hildesheim steht:
Evang. Kapelle, Fachwerkbau des 17. Jhs. !

 

 

1791 wird die Giftener Kapelle in einer Federzeichnung schon als "alt" bezeichnet: "Riss der alten Kirche in Giften, die repariert werden soll" stand dort vermerkt. Auf der südlichen Chorschräge findet man einen Stein mit der Inschrift: 1791. Dieses Datum bezieht sich auf Ausbesserungsarbeiten.

Man kann also davon ausgehen, dass bereits vor 1700 ein Teil der Kirche gebaut wurde. Ein exaktes Baujahr steht leider nicht in den kirchlichen Unterlagen. Es darf angenommen werden, das die Adelsfamilie de Gifthene, die 1223 genannt ist, für eine ausreichende Begüterung der Kirche gesorgt hat. Die Einkünfte dienten in der Hauptsache der Instandhaltung des Kirchengebäudes. Da sie Jahr für Jahr in den seit 1619 erhaltenen Kapellenrechnungen verzeichnet sind, lässt sich vom 30-jährigen Krieg an die Baugeschichte darstellen.

Leider sind Rechnungsjahrgänge von 1626 bis 1656 nicht mehr vorhanden. Im Jahre 1664 ist eine Ausgabe für "den Wetterhahn zu machen" verzeichnet. 1668 wurden "neue Dielen in die Kirche gelegt" und 1687 gab es eine weitere größere Instandsetzung des Gebäudes. Übrigens: aus Unterlagen geht hervor, dass Giften bereits 1216 urkundlich erwähnt wurde. 20110209_hist_3

 

Es existiert ein Abendmahlsbecher aus Silber der 1728 von 4 Personen (auch Bürger aus Giften) gestiftet wurde. An besonderen Feiertagen wird er heute noch eingesetzt.

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DER KANZELALTAR

 
wurde Ende des  18. Jahrhunderts, das Gestühl und die Empore in der 1. Hälfte des 19. Jahrhundert fertig.
Der umbaute Raum hatte seinerzeit 1504 cbm.

 

 

 

 

 

 

 

 

 
20110209_hist_5DER KIRCHTURM
aus Holz wurde baufällig und konnte die Glocken nicht mehr beherbergen. Der alte Dachreiter brach ab und daraufhin wurde 1895 an der Westseite der Kapelle der massive Turm gebaut, der bestimmt noch viele Jahrzehnte oder Jahrhunderte
überstehen wird.

Dieser hat eine Höhe von 43 m.


Die ersten Ausbesserungsarbeiten wurden am Kirchturm 1912 vorgenommen.
Nach dem 2. Weltkrieg musste er wieder repariert werden und die Kirche erhielt gleichzeitig ein völlig neues Dach.
Die letzte große Dachsanierung wurde 1983 durchgeführt. 
Dabei brach am 17.11.83 durch Unachtsamkeit bei Lötarbeiten ein Brand in der Turmspitze aus. Dieser Brand hätte Schlimmes anrichten können, wenn nicht aufmerksame Anwohner den Rauch beizeiten entdeckt hätten. Gut war auch, dass die Maurer bei ihrer Arbeit einen Wasserschlauch, oben im Turm, zur Hand gehabt hatten.

 

 

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DIE TURMBEKRÖNUNG
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die 1959 erneuert wurde,  besteht aus einer sich verjüngenden, runden Kupfer-verkleidung,  der großen Kugel und dem Kreuz. Kugel und Kreuz sind blattvergoldet.

Das Kreuz ist 75 cm breit und 100 cm hoch. Die Kugel hat einen Durchmesser von 60 cm.
In der Kugel befinden sich u.a. 2 Urkundenbüchsen und eine Chronik bis 1959.

 


 
 

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DIE TURMUHR

gab es bereits 1687. Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass jährliche Ausgaben "für Baumöl zur Uhr" und "fürs Uhr stellen" bezahlt wurden.  Im alten Holzturm gab es nur zwei Zifferblätter.

1958 wurden neuzeitliche Zifferblätter von vier Seiten und einem elektromechanischen Werk montiert. Das linke Foto zeigt das neuzeitliche und das rechte das alte Uhrwerk. 1983 wurde eine Treppe vom Glockendeck bis zu den Zifferblättern der Uhren eingebaut.

 


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DIE GLOCKEN


Eine große und eine kleine Glocke befanden sich im damaligen Holzturm, die dann in den Backsteinbau übernommen wurden. Im 1. Weltkrieg musste die große Glocke abgegeben werden. Es verblieb die kleinere Glocke bis zur Neuanschaffung zweier Glocken im Jahre 1920. Die alte Glocke schlug nun lediglich die Uhrzeiten im Turm. 

Der 2. Weltkrieg raubte wiederum die große, sowie die alte Glocke. Es verblieb erneut nur die kleine Glocke. 1959 wurden zwei neue Glocken angeschafft  und die alte verkauft.

 


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DIE INNENKIRCHE
bekam 1958  eine Gasheizung mit vier Außenwandöfen.
Bis dahin gab es  nur einen  Ofen, der mit Holz beheizt wurde. Im April 2001

wurde eine moderne Sitzbankheizung eingebaut.
1965/66 musste die Innenkirche, aufgrund baulicher Mängel, wie z.B.
feuchte Außenwände und morsches Holz, renoviert werden. Der Altarraum wurde durch Abriss des Holzaltars und der Hinterwand vergrößert.  Ein Altarkreuz für 9.000,00 DM wurde angeschafft.
Es wurden neue Sitzbänke ein- und eine Sakristei angebaut.
Schriftstücke wie Bauzeichnungen, Zeitungen, Münzen usw. liegen unter der Altarplatte.  Im März/April 2011 wurde der gesamte Holzfußboden erneuert.

 

 

 

 

 

20110209_hist_13DER KIRCHGARTEN
Im heutigen Kirchgarten entstand ca.1700 ein Friedhof.  Noch bestehende Grabsteine zeigen entsprechende Jahreszahlen. Ab 1893 fanden die Verstorbenen auf dem neue20110209_hist_14n Friedhof außerhalb des Dorfes ihre Ruhe.
In der Zwischenzeit wurde der Friedhof entweiht und einige Grabsteine  im Vorraum der Kirche und im Kirchgarten aufgestellt.
Auf dem alten Foto ist das Grabmahl zu sehen, aus dem später das heutige Taufbecken gefertigt wurde. Heute lädt der Kirchgarten zum Verweilen ein.

   

 

 

 

 

20110209_hist_15DIE ORGEL
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wurde 1905 gestiftet und das alte Harmonium hatte ausgedient.
Im Jahre 1968 erfolgte eine Modernisierung und gleichzeitig wurde ein elektrisches Gebläse eingebaut. 1979 erhielt die Orgel drei weitere Register.
Erst im Jahre 2006 wurde wieder eine Generalüberholung vorgenommen.

 

 

 

 

 

  

DIE KIRCHENGEMEINDE 

1953 erfolgte die  Loslösung der damaligen Kapellengemeinde Giften, ebenso der Kapellengemeinde Barnten von Sarstedt und Bildung einer selbständigen Kirchengemeinde Barnten-Giften, mit neu gebautem Pfarrhaus in Barnten. 

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1999 – im September Trennung von der Kirchengemeinde Barnten
und von Pastorin Griet Stallmann-Molkewehrum.
Anschluss Oktober 1999 als Kapellengemeinde an die
Sankt Paulus-Kirchengemeinde Sarstedt-Giebelstieg. 
www.sankt-paulus-sarstedt.

In alter Verbundenheit mit der Kirchengemeinde Barnten, die ihrer bislang ebenfalls namenlosen Kirche 1999 den Namen Katharinen-Kirche gegeben hat, entscheidet sich der Kapellen-vorstand Giften, nach der Mehrheit der Stimmen der Gemeindeglieder, für den Namen  Martin Luther Kirche.
Anmerkung: Katharina von Bora  war  Luthers Ehefrau.
2003 bekam die Kirche den Namen MARTIN LUTHER KIRCHE GIFTEN.

 

   

 20110209_hist_18DAS GEMEINDEHAUS 

1998 kaufte der damalige Kirchenvorstand das über 200 Jahre alte ehemalige Schul-, Lehrer- und Küsterhaus von der Stadt Sarstedt.

Nach umfangreichen Umbauarbeiten, sowohl innen und auch außen, wurde das Haus im Sommer 1999 feierlich eingeweiht.

Die obere Wohnung wurde nach Auszug der Mieterin renoviert und ab 2004 erneut vermietet.
Seitdem gibt es in Giften auch wieder einen Küster.


Zur Information:  
Bei Fragen steht Bodo Hoinkes unter Tel. 05066 628 82 oder der Kapellenvorstand zur Verfügung.
Auf Wunsch kann die Kirche besichtigt und der Turm bestiegen werden.
 
Die Chronik enthält Daten vom Amt für Bau- und Kunstpflege, sowie dem Archiv der ev. Landeskirche Hannover.                                                                                                    Febr. 2011/kmü

 

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